Fragen & Antworten
Sind wir gegen eine neue Schule?
Nein. Wir wollen gute Schulräume für unsere Kinder. Aber wir wollen eine Lösung, die sich Wangen mit rund 5’500 Einwohnerinnen und Einwohnern auch langfristig leisten kann.
Sind wir gegen eine neue Turnhalle?
Nein, auch gegen eine neue Turnhalle sind wir nicht. Schule und Vereine brauchen gute Sportanlagen. Aber auch hier muss die Lösung zu dem passen, was sich Wangen langfristig leisten kann.
Warum rechnen wir mit 175 % und nicht mit 150 %?
Weil der Gemeinderat im Voranschlag 2026 für die geplanten Investitionen von rund 70 Millionen Franken ab 2027 eine Erhöhung «bis auf 175 %» angekündigt hat. Mit 150 % liessen sich laut Voranschlag höchstens 50 Millionen finanzieren. So viel kostet die Schulanlage allein. Die 150 % stammen aus der späteren Botschaft zur Schulanlage. Zum Vergleich: 2026 liegt der Steuerfuss bei 135 %, 2025 lag er bei 150 %. Mehr dazu
Warum glauben wir den 150 % aus der Botschaft nicht?
Weil der Gemeinderat im Voranschlag 2026 selbst schrieb, dass sich mit 150 % höchstens 50 Millionen Franken finanzieren lassen. Die Schulanlage kostet allein 50 Millionen. Bis 2035 sind weitere rund 20 Millionen geplant, etwa für eine Asylunterkunft, Tempo-30-Zonen und Trottoirs. Den Widerspruch zum Voranschlag erklärt die Botschaft nicht. Mehr dazu
Wäre 2026 sogar ein tieferer Steuerfuss als 135 % möglich gewesen?
Rechnerisch ja. Auch mit 135 % budgetiert die Gemeinde für 2026 einen Überschuss von 541’200 Franken. Ein Prozentpunkt Steuerfuss bringt laut Voranschlag rund 72’000 Franken. Für ein ausgeglichenes Budget hätten damit rund 128 % gereicht.
Dabei sind die Budgets vorsichtig gerechnet: 2025 schloss die Gemeinde 2,23 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Die Rechnung 2025 hält selbst fest, dass «mit einer hohen Vorsicht kalkuliert wurde».
Gemessen an 128 % wäre der Sprung auf 175 % noch grösser: 47 statt 40 Prozentpunkte, also rund 37 % statt 30 % mehr Gemeindesteuer.
Der Gemeinderat wollte 2026 trotzdem bei 150 % bleiben, um die Steuerpolitik «auf die bevorstehenden Investitionen» auszurichten. In der Rechnung 2025 nennt er ein solides Eigenkapital eine «zentrale Voraussetzung» für diese Investitionen; es beträgt inzwischen 21,3 Millionen Franken. In der Botschaft hält er gleichzeitig am Grundsatz fest, «keine Steuern auf Vorrat» zu erheben.
Richtig ist: Für 2025 hatte der Gemeinderat selbst eine Senkung von 150 auf 135 % beantragt. Die Gemeindeversammlung lehnte sie damals ab.
Quellen: Voranschlag 2026 (PDF), Seite 9 und Gesamtübersicht (Ergebnis bei 150 %); Voranschlag 2026 nach der Gemeindeversammlung (PDF), Seiten 2 und 26 (Ergebnis bei 135 %); Rechnung 2025 (PDF), Seiten 11 und 14; Botschaft (PDF), Seite 50. Der Wert von rund 128 % ist eine eigene Berechnung aus den beiden Fassungen des Voranschlags.
Betrifft mich das auch als Mieterin oder Mieter?
Ja. Die Gemeindesteuer bezahlen alle Steuerpflichtigen mit Wohnsitz in Wangen, egal ob sie zur Miete wohnen oder Eigentum haben.
Steigen auch die Kantons-, Bezirks- oder Kirchensteuern?
Nein, nicht wegen dieses Projekts. Betroffen ist nur der Steuerfuss der Gemeinde Wangen.
Wie genau ist der Steuerrechner?
Mit der Steuerrechnung sehr genau, solange Ihr Einkommen gleich bleibt. Einkommen, Zivilstand und Abzüge sind darin schon berücksichtigt, und der Rechner vergleicht immer mit dem heutigen Steuerfuss von 135 %, auch bei einer Rechnung aus einem früheren Jahr. Die Schätzung mit dem Lohn ist weniger genau, weil die Abzüge nur pauschal angenommen werden. Zum Rechner
Wer steht hinter dieser Seite?
Die IG Bezahlbares Wangen ist eine Interessengemeinschaft von Einwohnerinnen und Einwohnern aus Wangen. Sie ist unabhängig von Parteien: Keines unserer Mitglieder ist Mitglied einer Partei. Alle sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Damit gehören wir zur Generation, die Schulden und Folgekosten der neuen Anlage am längsten mittragen wird: Allein die Abschreibungen laufen 25 Jahre. Angaben zu den Verantwortlichen finden Sie im Impressum. Fragen und Hinweise nehmen wir gerne über das Kontaktformular entgegen.
Argumente der Befürworter – eingeordnet
Hier ordnen wir die wichtigsten Argumente der Befürworter mit den Unterlagen der Gemeinde ein. Wo sie recht haben, sagen wir das.
«Ein Nein kostet über 23 Millionen Franken.»
Die Summe setzt sich aus 13 Millionen für Sanierungen, 5 Millionen für Provisorien, 5,6 Millionen Kantonsbeitrag und 0,74 Millionen Planungskredit zusammen. Die 13 Millionen fallen aber nicht sofort an, sondern verteilen sich laut Zustandsbericht über 20 Jahre bis 2042. Für die ersten fünf Jahre (2023–2027) veranschlagt der Bericht nur rund 890’000 Franken.
Der Kantonsbeitrag ist ein entgangener Beitrag, keine Ausgabe. Der Planungskredit ist bewilligt und grösstenteils ausgegeben – ob Ja oder Nein. Ein Ja kostet netto 50 Millionen. Sie belasten die Gemeinderechnung während 25 Jahren mit rund 2 Millionen Abschreibungen und 0,5 Millionen Zinsen pro Jahr.
Und Provisorien braucht es auch bei einem Ja: Im Wettbewerb wollte die Gemeinde noch «auf kostspielige Provisorien verzichten». Beim Siegerprojekt sind laut Jury aber Schulraumprovisorien «erforderlich»; die Botschaft plant sie für 2029 bis 2031 ein.
Auch neue Gebäude kosten Unterhalt. Die Botschaft schreibt die Anlage über 25 Jahre ab, nennt aber keine Kosten für Unterhalt und Instandsetzung. Wie schnell solche Kosten kommen, zeigt der Zustandsbericht: Selbst im 2011 sanierten Schulhaus 3 muss die Haustechnik bis 2032 ersetzt werden, nach rund 20 Jahren. Die geplante Holzfassade im Rotton muss je nach Wetterseite nach weniger als 2 bis über 10 Jahren nachbehandelt werden.
Richtig ist: Auch bei einem Nein muss saniert werden, und der Kantonsbeitrag wäre verloren.
Quellen: Zustandsbericht Landis AG 2022 (PDF), Seiten 23–24; Botschaft (PDF), Seiten 42–43, 46 und 51; Wettbewerbsprogramm 2. Stufe (PDF), Seite 3; Jurybericht (PDF), Seiten 21 und 24; Lignum – Instandhaltung von Holzfassaden
«Die Schulhäuser und die Turnhalle sind am Ende ihrer Nutzungsdauer.»
Für die Turnhalle hält der Zustandsbericht fest, dass sie «unlängst» saniert wurde. Bis 2027 stehen nur Unterhaltsarbeiten für rund 300’000 Franken an, eine umfassende Sanierung erst um 2042. Das Schulhaus 3 wurde 2011 saniert. Trotzdem sollen beide abgebrochen werden.
Quellen: Zustandsbericht Landis AG 2022 (PDF), Seiten 15 und 22; Botschaft (PDF), Seite 10
«Wangen wächst, die Kinderzahlen steigen kontinuierlich.»
Die Einwohnerzahl stagniert seit 2022: 5’451 (2022), 5’443 (2023), 5’506 (2024), 5’490 (2025). An der Gemeindeversammlung 2024 wurden für 2026 noch 5’799 Einwohnerinnen und Einwohner prognostiziert.
Auch das Bevölkerungsszenario des Kantons zeigt keinen starken Anstieg: Die Zahl der 5- bis 14-Jährigen in Wangen steigt von 550 (2025) auf höchstens 574 (2031) und sinkt danach auf 528 (2040).
Richtig ist: Schon heute fehlen Gruppen- und Förderräume. Dafür braucht es mehr Platz, aber keine Anlage für ein Wachstum, das nicht stattfindet.
Quellen: Kanton Schwyz, Ständige Wohnbevölkerung und Bevölkerungsszenario 2025–2050 (Szenario Referenz); Präsentation Gemeindeversammlung 26.4.2024 (PDF), Folie 6; Botschaft (PDF), Seite 10
«Das Projekt ist auf das Notwendige beschränkt.»
Die Machbarkeitsstudie 2023 hat acht Varianten zwischen 27,8 und 50,7 Millionen Franken berechnet. Eine Variante mit Doppelturnhalle für 32,4 Millionen wurde als «kostentechnisch sehr gut» (betrieblich allerdings «nicht optimal») beurteilt – mit ähnlicher Punktzahl wie die teuerste. An der Gemeindeversammlung 2024 nannte der Gemeinderat «zwischen CHF 30 und 50 Mio.».
Das heutige Projekt kostet 55,6 Millionen – mehr als die Variante «maximal», die ohne Tiefgarage und mit einer Doppel- statt Dreifachturnhalle gerechnet war. Die öffentliche Tiefgarage hat 75 Plätze; die Machbarkeitsstudie errechnete für die erweiterte Schulanlage einen Bedarf von rund 54 Plätzen. Was die Tiefgarage kostet, weist die Botschaft nicht aus.
Richtig ist: Die Zahlen der Machbarkeitsstudie sind Schätzungen (±25 %) mit Preisstand 2022/23; seither sind die Baupreise gestiegen. Vergleich der Varianten
Quellen: Machbarkeitsstudie 2023 (PDF), Seiten 26, 31 und 37; Präsentation Gemeindeversammlung 26.4.2024 (PDF), Folie 16; Botschaft (PDF), Seiten 6 und 45
«Das Kostendach schützt vor Kostenexplosionen.»
Das Kostendach gilt ohne Teuerung, gebaut wird bis 2031. Der Gemeinderat schreibt selbst, dass Teuerung und andere nicht beeinflussbare Faktoren «zu höheren Kosten führen» könnten. Für Reserven und Nebenkosten sind zusammen nur 800’000 Franken eingestellt, rund 1,5 % der Projektkosten.
Schon das Angebot selbst liegt über dem eigenen Ziel der Gemeinde: Das Kostenziel betrug 48 Millionen inklusive MwSt., zuzüglich 2,43 Millionen für Ausstattung und rund 1,25 Millionen für Optimierungen – zusammen rund 51,7 Millionen. Das Siegerangebot kostet 54,7 Millionen, rund 3 Millionen oder 6 % mehr.
Die zusätzlichen Betriebskosten für Unterhalt, Reinigung und Energie der grösseren Anlage nennt die Botschaft nirgends als Zahl.
Richtig ist: Ein verbindliches Angebot mit Kostendach ist sicherer als eine blosse Kostenschätzung.
Quellen: Botschaft (PDF), Seiten 45 und 47; Jurybericht (PDF), Seiten 5 und 26
«Die Verschuldung ist langfristig tragbar.»
Heute hat Wangen ein Nettovermögen von 684 Franken pro Kopf. Laut Botschaft steigt die Nettoschuld auf bis zu 6’300 Franken pro Kopf. Verglichen mit den Werten von 2025 wäre das Rang 4 von 30 Schwyzer Gemeinden und mit Abstand der höchste Wert in March und Höfe. Dort liegt heute keine Gemeinde über 3’500 Franken.
Selbst der Finanzplan mit einem Steuerfuss bis 175 % rechnet schon für 2029 mit 6’144 Franken Nettoschuld pro Kopf.
Richtig ist: Grosse Investitionen führen immer zu vorübergehend höheren Schulden. Entscheidend ist, ob die Gemeinde sie wieder abbauen kann und zu welchem Steuerfuss.
Quellen: Rechnung 2025 (PDF), Finanzkennzahlen; Botschaft (PDF), Seite 48; Voranschlag 2026 (PDF), Seite 26; Vergleich berechnet aus Kanton Schwyz, Eckwerte der Jahresrechnung und Bevölkerung 2025
«Nur jetzt gibt es 5,6 Millionen vom Kanton.»
Das stimmt: Der Kantonsbeitrag ist an Projekte gebunden, die bis Ende 2024 eingereicht wurden, und wäre bei einem Nein verloren.
Er deckt aber nur rund 10 % der Kosten. Die übrigen 50 Millionen tragen die Steuerzahlenden von Wangen. Ein Beitrag von 10 % ist kein Grund, die teuerste Variante zu wählen.
Und: Auch der Kantonsbeitrag ist kein Geschenk. Er stammt aus Steuergeldern, bezahlt auch von uns Wangnerinnen und Wangnern über die Kantonssteuer.
Quelle: Botschaft (PDF), Seiten 45–46 und 51